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Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
OKZIPITALNEURALGIE
Schmerz am Hinterkopf, Occipitalneuralgie
Manche Autoren schreiben das Wort "Okzipitalneuralgie" auch mit cc (Occipitalneuralgie).
Der Begriff "Okzipitalneuralgie"
bezeichnet in der ursprünglichen Bedeutung anfallsartige
Nervenschmerzen am
Hinterkopf bzw.
Hinterhaupt,
beschränkt auf die Innervationsgebiete (=
Versorgungs- bzw. Einflußgebiete) der
paarigen Okzipitalnerven occi pitalis major und
minor.
Der N. occi
pitalis major versorgt sensibel (=
die Empfindungsvermögen betreffend) den (gleichseitigen) Hin
terkopf
bis zur Scheitelhöhe und der N. occi
pitalis minor einen relativ kleinen Bereich hinter dem
Ohr.
Die primäre, idiopathische (=
als eigenständige Erkrankung auftretende) Okzipitalneuralgie
im Sinne einer echten
Neuralgie
ist relativ selten.
Es treten einseitig paroxysmale (= anfallsartig einschießende)
Kopfschmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus occi
pitalis major auf
(Hinterkopf bis
Scheitelhöhe).
Im Gegensatz zur idiopathischen
Trigeminusneuralgie
fehlen typische Triggermechanismen (=
Auslösemechanismen), allenfalls kann
eine
Schmerzattacke (=
Schmerzanfall)
durch Druck auf den NAP (=
Nervenaustrittspunkt) ausgelöst werden.
Die isolierte, idiopathische Neuralg ie des Nervus occi pitalis minor, dessen Ausbreitungsgebiet sich lateral (= weiter außen, zum Oh r hin) anschließt, ist eine Rarität, die praktisch keine Rolle spielt. Vermutlich ist eine Neuralgie des N. occi pitalis minor meist mit der dominierenden N. occi pitalis major- Neuralgie vergesellschaftet und wird deshalb diagnostisch vernachlässigt.
Im schmerzfreien Intervall zeigen sich im Falle
einer Occipitalneuralgie
bei der körperlichen Untersuchung in der Regel
keine Auffälligkeiten.
Die Diagnose einer Okzipitalneuralgie
wird durch probatorische (= zur Klärung der Diagnose
durchgeführte)
Nervenblockaden mit z.B. 1-3 ml
Mepivacain (z.B. Scandicain®1%) (=
mittellang wirkendes
Lokalanästhetikum bzw. örtliches Betäubungsmittel)
Häufig liegt aber keine echte
Neuralgie, sondern eine atypische Form vor, gekennzeichnet durch meist einseitige
Schmerzsensationen und längerfristigen Schmerzepisoden bis hin zu
Dauerschmerzen bzw.
Dauerkopfschmerzen.
Meist wird der Schmerzcharakter mit dumpf und drückend angegeben. In der Regel
ist die betroffene Okzipitalseite (= Hinterkopf bis
Scheitelhöhe) druckschmerzhaft, das
Ausbreitungsgebiet öfters klopfempfindlich. Häufig ist die paravertebrale (=
neben der
Wirbelsäule)
Halswirbelsäule
n
muskulatur
verspannt, auch finden sich öfters mehr oder weniger deutlich schmerzhafte
Einschränkungen der Kopfbeweglichkeit.;
Die geschilderte Symptomatik (= Krankheitszeichen)
zeigt, daß eine Abgrenzung gegenüber dem okzipital (=
den Hinterkopf bereffenden) betonten
Spannungskopfschmerz und dem vertebragenen
(von der Wirbelsäule ausgehenden)
Kopfschmerz
oft nicht möglich ist.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Sind die Schmerz
en eher anfallsartiger Natur, also im Sinne echter
Neuralgien, so ist das Mittel der Wahl Carbamazepin
(= ein Mittel zur Behandlung der
Fallsucht, aber auch bei
Schmerzanfälle
n wirksam).
Gabapentin
oder Pregabalin
wirken oft besser, sind aber teurer.
Grundsätzlich sollte aber auch bei einer
Okzipitalneuralgie
(Occipitalneuralgie)
eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei einem chronischen
Schmerz wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel
einzusparen.
Spezielle Schmerztherapie bzw.
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Bei einem anhaltenden
Schmerz sollten rechtzeitig alternative
Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes
Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit
einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form
von Blockaden (Betäubungen) der Okzipitalnerven (Nn. occipi
tales majores) am Hinterkopf. In hartnäckigen Fällen werden diese Blockaden 2-3 mal täglich
über einen längeren Zeitraum (8-10 Tage) durchgeführt.
Eine elegante und für den betroffenen Patienten schonende, weil
schmerzarme Methode, ist die
kontinuierliche Nervenblockade* mit Katheter.
Dass die schmerzlindernde
Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen
Nerven betroffen sind
(Sympathikolyse), woraus im
behandelten Körperbereich eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese
Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch
degenerative (= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Gleiches gilt für auch Schmerzen im Rahmen einer
Nervenerkrankung (Neuralgien
!), da eine
verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch
das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
In hartnäckigen Fällen müssen zusätzlich Blockaden der C2-Wurzeln (nur bei Befall des N. occi pitalis major) durchgeführt werden.
Physikalische Therapiemaßnahmen wie Wärme- oder Kälteapplikation, aber auch transkutane Nervenstimulationen können auch bei einer Occipitalneuralgie zur Linderung beitragen.
Eine Okzipitalneuralgie geht häufiger mit höhergradigen
psychischen Überlagerungen einher.
Klinische Psychologie:
Schmerzbewältigungstraining, Entspannungstechniken.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird vorübergehend (2-3 Wochen) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs (Neuropathie, auch Neuralgie !). Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
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